Streckenrekord am Adams Peak - laufkultur.de

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Streckenrekord am Adams Peak

Laufberichte > Laufberichte 2016
Streckenrekord am Adam's Peak?

Der Reiz des Frevels - Berglauf auf Sri Lankas heiligen Pilgerberg!
Der Berg ist eine Pilgerstätte aller bedeutender Glaubenrichtungen. Egal, ob   der Abdruck auf dem Gipfel nun von Buddha, Adam, Shiva oder dem Apostel   Thomas stammt, wer nachts die mehr als 5000 unregelmäßigen und teils   halbmeterhohen Stufen bezwingt und den Sonnenaufgang auf dem Gipfel erlebt,   der wird sich dem Zauber dieses Ortes nicht erwehren können. Vorausgesetzt,   man ist rechtzeitig oben. Denn zu Vollmond können sich schon mal Tausende   von Pilgern auf den Weg machen und die Treppenstufen werden nach oben hin   immer schmaler. So kann es leicht passieren, dass man beim Versuch der   Besteigung im "Pilgerstau" stecken bleibt.

Echte Legenden ranken   sich um die Besteigung des 2243 m hohen Adam's Peak. Von Süden her ist er   nur sehr aufwändig über rund 1700 Höhenmeter zu bezwingen, aber auch die   Nordseite hat es in sich, wo besagte angeblich 5200 Stufen immerhin noch   rund 1000 Meter in die Höhe führen. Von Todesfällen wird gelegentlich   berichtet, meistens zumindest von tagelangem Muskelkater. Der selbsternannte   "aktivste Laufreporter der Welt" setzte sogar zum echten Höhenflug an und   bewältigte so sage und schreibe 100 Höhenmeter und 800 Treppenstufen mehr   als alle Anderen.

Den Adam's Peak im Laufschritt zu bezwingen, ist vermutlich bislang kaum jemandem eingefallen. So könnten meine wenig mehr als 60 Minuten für den Aufstieg doch tatsächlich bislang den Streckenrekord darstellen. Schwitzen musste ich dafür wirklich ordentlich. Denn bei erträglichen Temperaturen in der Nacht oder am Morgen ist der Berg von Pilgern belagert, das dann nötige ständige Überholen und sich vorbei quetschen schlichtweg pietätlos und unhöflich. Also bleibt nur der Nachmittag, wenn die Sonne brennt und der Schweiß bereits ohne jegliche Bewegung in Strömen den Körper entlang rinnt. Bei mir tat dann ein herannahendes Gewitter ein Übriges... es war schwül ohne Ende, die Luftfeuchtigkeit absolut tropisch.

7 km lang ist der Aufstieg angeblich, meine Ambit hat nur gut 5 km ausgemessen. Damit hat der Anstieg durchschnittlich 20 % Steigung, die sich wie in einer Salatschüssel verteilen, zu Beginn ist die Steigung nur mäßig, um dann Stufe für Stufe immer heftiger zu werden. Trotzdem wäre der Gipfel für einen durchschnittlichen Bergläufer problemlos erreichbar, wären da nicht die besagten 5200 Treppen, die einem vom Anfang bis zum Ende Schrittlänge und vor allem die Höhe diktieren und keinerlei Erholungsphasen zulassen, zumindest dann nicht, wenn sie früher oder später dringend benötigt werden.

Bergab war ich übrigens nicht wesentlich schneller. Die Probleme des Aufstiegs kehren sich nur um, dazu kommt die nicht unerhebliche Gefahr, auf den überhohen und schmalen Stufen aus dem Tritt und zu Fall zu kommen. Erschöpft und ausgepumpt vom anstrengenden Aufstieg ist bergab dann 5200 Mal allerhöchste Konzentration gefragt.

War mein Speedaufstieg nun frevelhaft oder gotteslästerlich? Habe ich den Pilgerort gar entehrt? Ich denke nein. Zumindest fand ich durchaus Anerkennung bei den zahlreichen buddhistischen Mönchen, die mir beim Auf- oder Abstieg begegnet sind. Habe ich mir nicht wenigstens durch Hast und Anstrengung zumindest die vielfältigen Eindrücke entgehen lassen, von denen jeder Reisende schwärmend berichtet? Auch das nicht! Dann dafür habe ich mich nur wenige Stunden später noch einmal auf den Weg gemacht... nachts um 2:30 Uhr, als Pilger gemächlich, Stufe für Stufe, an den Teestationen rastend, den Pilgergesängen lauschend, den Augenblick genießend. Doch diese Eindrücke gehören ausschließlich mir...
Strandläufe
Wochenlange Erholung - nichts tun, zumindest keinen Sport. Der Lauf auf den Adam's Peak war eine Ausnahme. Gegen Ende des Urlaubs wurde ich dann doch wieder ein wenig aktiver, unternahm ein paar wunderschöne Strandläufe am Morgen. Tagsüber waren die Temperaturen zu hoch und die Sonnensinstrahlung zu intensiv. Die Strände waren menschenleer, kilometerlang. Ich hatte der Sonnenaufgang nur für mich. Somit war das Stündchen für mich mehr Genuss denn sportliche Betätigung. Seht selbst.   
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü